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Schulfördervereine in Markersdorf

 
Fahnenappell in Gersdorf, um 1968
Fahnenappell in Gersdorf, um 1968
Ein mehr oder weniger geregelter Unterricht für die Kinder in den Dörfern, die heute Ortsteile von Markersdorf sind, begann laut Aufzeichnungen vor etwa 400 bis 600 Jahren.

Im Jahre 1407 hatte in Jauernick-Buschbach der Schreiber Johannes die Aufgabe, auch als Schulmeister tätig zu sein. Im 19. Jahrhundert gab es hier sogar zwei Schulen, eine katholische und eine evangelische.
1521 wurde ein Schulmeister in Friedersdorf erwähnt.
Um 1600 ist in Markersdorf ein Lehrer nachweisbar, für Gersdorf um1630. Pfaffendorf leistete sich 1740 eine Schule. Vorher gingen die Kinder in die umliegenden Dörfer zum Unterricht.
Deutsch-Paulsdorf richtete 1855 eine einklassige Schule ein. Bis dahin mussten die Kinder nach Sohland gehen.

Zu allen Zeiten haben sich Eltern mit mehr oder weniger Elan für die Belange ihrer Kinder in der Schule eingesetzt. Vor hundert Jahren ging es vor allem um die Erweiterung der einklassigen Schule, so in Gersdorf, Markersdorf und Deutsch-Paulsdorf.

In den Jahrzehnten vor 1990 bemühten sich viele Personen im Elternaktiv oder im Elternbeirat. Eltern waren als Arbeitsgemeinschafts-Leiter tätig, begleiteten die Schüler auf Klassenfahrten und halfen, vielfältige Veranstaltungen durchzuführen.

Heutzutage sind es Schulfördervereine, deren Aufgabe darin besteht, die Arbeit der Lehrer vor allem außerhalb des Unterrichts zu unterstützen und die finanzielle und materielle Ausstattung der Schule zu ergänzen.

Die Mittelschule Markersdorf hatte bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2006 einen Schulförderverein mit ca. 30 Mitgliedern. Geleitet wurde der Verein von Frau Grosche, später von Herrn Holz. Der Verein verwaltete das Geld, welches vor allem durch das Kinder- und Jugendhilfswerk, durch Spenden sowie Fördergelder und Beiträge zusammengetragen wurde. Diese Einnahmen waren zweckgebunden, um damit Anschaffungen für die Freizeitgestaltung zu finanzieren. Aus rechtlichen Gründen konnte die Schule solche Finanzen nicht selbst behalten.

In Markersdorf wurde vor allem der Schulclub personell und materiell durch den Förderverein abgesichert. Als besonders aktive Mitglieder sind hier Frau Herrde, Frau Strauß, Herr Gutte und Herr Matwiejcok zu nennen. Der Schulclub betreute die Schüler in Freistunden oder nach dem Unterricht mit Spielen, Billardspielen, Beschäftigung am Computer und mit Musikinstrumenten.

Vor allem Herr Matwiejcok hat sich intensiv mit den Kindern beschäftigt. Er verstand es, die musische Arbeit zur Ausgestaltung von Senioren-Geburtstagsfeiern, Weihnachtsfeiern, Weihnachtssingen und beim Kulturaustausch in Bunzlau (Boleslawiec) zu nutzen. Wünschenswert wäre es, dass solch engagierte, vielseitig ausgebildete Personen weiterhin in der Schule zur Verfügung stehen.

Die Sachwerte des aufgelösten Vereins wurden vom im November 2005 gegründeten Schulförderverein Markersdorf e. V. übernommen, soweit sie für die neue Schule mit ihren Ganztagsangeboten nutzbar sind.

Der neue Förderverein hat zurzeit 30 bis 40 Mitglieder. Vorsitzende ist Frau Heike Menzel aus Friedersdorf. Herr Holz vom vorherigen Förderverein betonte ausdrücklich, dass die Schule in der heutigen Zeit nicht alle Aufgaben allein erledigen kann, wie manche Eltern noch meinen, in der Ganztagsschule auch nicht.

Es ist das Engagement der Eltern gefragt und notwendig. Für die Entwicklung der Kinder ist es günstiger, wenn der Personenkreis, der erzieherisch wirkt, sich nicht nur auf die Lehrer beschränkt. So hat sich der Förderverein für die Ganztagsschule vielfältige Aufgaben und Ziele gesetzt, um mit der Schule zusammen das Lernen spielerisch in der Freizeit zu gestalten, so zum Beispiel durch eine Lesewerkstatt, musikalische Betreuung, Gehirntraining und Hilfe bei den Schularbeiten.

Auch die Freizeitgestaltung soll zum großen Teil vom Verein übernommen werden. Kochen, Backen, Flöte spielen, Bauen mit Legosteinen, Junge Sanitäter und sportliche Aktivitäten sind vorgesehen. An die Ausgestaltung des Schulgebäudes und -geländes und des Verkehrsgartens ist ebenfalls gedacht. In Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft, den Schülern und den Vereinsmitgliedern wird manche kulturelle Umrahmung auch für die Bürger unserer Gemeinde erlebbar werden.

Gewünscht werden vonseiten des Vereins die optimale Zusammenarbeit mit der Schule und die tatkräftige Unterstützung der Bürger. So ist der Unternehmerverband nur zu weiterer finanzieller Förderung bereit, wenn sich die Eltern in genügender Weise einbringen.

Der Schöpsbote - das Amtsblatt der Gemeinde - wünscht dem .Schulförderverein Markersdorf e. V. viel Erfolg bei der Gestaltung einer interessanten, abwechslungsreichen Freizeit der Kinder. Mein Dank gilt Frau Heise, Frau Menzel und Herrn Holz für die Unterstützung.

P.S.: Der Schulmeister oder gar ein Förderverein bemühte sich früher nicht um die Freizeit der Kinder, denn diese wurden nach dem Unterricht auf dem Bauernhof zur Arbeit erwartet. Der Schulmeister hatte nach fünf Stunden Schule zwei Stunden Holz zu hacken, zwei Stunden Hefte zu korrigieren, Privatunterricht zu geben und andere Dienste zu erledigen, wie ein Pfaffendorfer Lehrer aufgezeichnet hat.

Rothe